Netzneutralität – bald Geschichte?

Netzneutralität – bald Geschichte?
Netzneutralität – bald Geschichte?

Der Provider Ihrer Wahl stellt Ihnen einen Internetanschluss mit einer mehr oder weniger guten Bandbreite zur Verfügung. Je nach Ausbau oder Geldbeutel ist der Anschluss rasend schnell oder eher mäßig flott. Was Sie aber eigentlich zu Recht erwarten dürfen ist eine Gleichbehandlung all ihrer Daten. Es sollte keine Unterschiede geben, ob Sie nun E-Mails empfangen, Webseiten Ihrer Wahl besuchen oder online Videos schauen. Alles sollte gleich schnell zu Ihnen übertragen werden. Das ist dann die in der Überschrift erwähnte Netzneutralität. Und wie die Realität aus?

Netzneutralität in Zukunft? Nö!

Die großen Provider haben es an sich schon längst beschlossen. Neutralität gibt es im Netz nicht mehr. Es wird also unterteilt in Daten erster und zweiter Klasse oder noch tiefer. Der Grund: Der Datenstrom, den alle Nutzer vom Internet verursachen, ist über die Jahre immer stärker geworden, die Kapazitäten zur Übertragung sind ausgereizt. Daher sollen nun gewisse Daten in der „Schlange hinten stehen“, so genannte wichtige Daten hingegen dürfen bevorzugt über die Datenautobahn (so hieß Internet früher mal) brettern. Nun glauben Sie aber bitte nicht ernsthaft, dass diese als „Wichtig“ klassifizierten Daten in Zukunft auch wirklich wichtig sind. Es sind nur die Daten von jenen Internetnutzern, die die dickste Geldbörse haben. Wer keinen Extrazuschlag zahlen will oder kann, der kriegt dann nur noch Internet in der Bretterklasse. Und dabei ist es dann auch egal, welche Bandbreite Sie nutzen.

Nicht nur ärgerlich, sondern gefährdend!

Auf privater Ebene ist diese Zukunftsplanung natürlich schon eine Frechheit. Wer nun aber beispielsweise mit seinem eigenen Unternehmen auf ein zügiges Internet angewiesen ist, könnte echte Probleme bekommen. Es ist ja bekannt, dass die Provider bei Selbstständigen gern um ein Vielfaches tiefer in die Taschen greifen, als bei Privatpersonen und dieser Umstand könnte sich nun dramatisieren. Anders gesagt: Kleine Unternehmen, Selbstständige oder Freiberufler, die nicht gerade im Geld schwimmen, dürfen zu Recht um ihre Existenz bangen. Rosige Aussichten!

Die richtige Abschaffung der Netzneutralität ist noch Zukunftsmusik, aber die Telekom übt schon mal kräftig. Sie bremst ganz gezielt die Übertragung von Youtube-Videos aus, weil Youtube wohl nicht so wichtig ist. Nein, stimmt nicht. Youtube gibt der Telekom kein Geld (für was auch immer) und darum will die Telekom am liebsten gar nicht mehr mit Youtube spielen.

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