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Was eine schlechte Zahlungsmoral über den säumigen Schuldner aussagt

Was eine schlechte Zahlungsmoral über den säumigen Schuldner aussagt
Was eine schlechte Zahlungsmoral über den säumigen Schuldner aussagt

Mit dem Einhalten von gesetzten Zahlungszielen ist es so eine Sache geworden. Wer einer natürlichen oder juristischen Person Geld schuldet, lässt sich leider immer öfter immer länger um die Begleichung der offenen Rechnung bitten. Viele machen sich auch einen zweifelhaften Sport daraus, es wirklich auf die allerletzte außergerichtliche Mahnung ankommen zu lassen, bevor sie, ohne übertriebene Hast natürlich, das längst überfällige Banking ganz gemächlich in die Wege leiten. Doch so ein rücksichtslos selbstsüchtiges Verhalten ist ganz bestimmt keine geschäftliche Bagatelle, sondern in psychologischer Hinsicht die Grundlage für einen Steckbrief der allerübelsten Sorte. Denn wer seine Schulden mit Vorsatz nicht fristgerecht begleicht, obwohl er pekuniär dazu unschwierig in der Lage wäre, demonstriert eine ganz charakteristische Persönlichkeitsstruktur, die alles andere als vorteilhaft rüberkommt.

Zahlungsverzug = Mangelnde Wertschätzung

Ein Produkt wurde geliefert, eine Dienstleistung wurde vollbracht, eine Entlastung wurde ermöglicht. Egal, wofür der vereinbarte Betrag nun geschuldet wird – der Empfänger der wie auch immer gearteten Wohltat sollte mit einer umgehenden Bezahlung der offenen Rechnung seine Dankbarkeit für den gut gelaufenen Deal zum Ausdruck bringen. Außerdem bedeutet eine flugs beglichene Rechnung immer auch die persönliche und angemessene Anerkennung desjenigen, der prompt und zuverlässig seinen Teil der Abmachung geleistet und geliefert hat. Im zulässigen Umkehrschluss gilt: Wer es erst auf Zahlungserinnerungen und Mahnungen ankommen lässt, bevor er seine Zahlungspflicht erfüllt, bringt seinem Vertragspartner gegenüber eine unübersehbare Geringschätzung und Verachtung zum demonstrativen Ausdruck. Von der zutiefst demütigenden und nervigen Situation, als Gläubiger seinem eigenen Geld ewig und drei Tage lang nachlaufen zu müssen, ganz zu schweigen. Es darf also getrost behauptet werden, dass Menschen, die sich beim Bezahlen ihrer Rechnungen allzu lange bitten lassen, gewisse soziopathische Züge zeigen. Solch unangenehme Zeitgenossen sollte man nach Kräften aus der Bestandkundenkartei streichen; denn sie haben es buchstäblich nicht verdient, dass man ihre Probleme löst, ihre Wünsche erfüllt und ihre Bedürfnisse befriedigt.

Keine Gnade mit Zechprellern

Ist man sich erst einmal wirklich darüber klar geworden, dass zahlungsfaule und mahnungsresistente „Kunden“ weder Nachsicht noch Langmut wert sind, ist der Weg für ein sinnvolles Forderungsmanagement sowohl psychologisch als auch operational frei gemacht. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie hoch die Außenstände zu beziffern sind. Um wirklich schmerzhafte Zahlungsausfälle zu vermeiden, kann es oft hilfreich sein, auf die Unterstützung professioneller Forderungsmanager und ausgewiesener Inkassofachleute zurückzugreifen. Das hat außerdem den Vorteil, dass der freche Schuldner in diesem Fall sehr schnell begreifen wird, dass man sich von ihm nicht so einfach die Butter vom Brot kratzen lässt.

Was, wenn der Schuldner zwar durchaus zahlen will, aber momentan nicht kann?

Geschäftspartner können über alles reden – sie müssen eben nur den Mund aufmachen. Und zwar rechtzeitig, bevor das Kind im Brunnen liegt. Finanzielle Engpässe können jeden einmal treffen, das sollte nicht das Thema sein. Agiert und diskutiert man hier auf gegenseitiger Augenhöhe, dann könnten so bewährte Modelle wie Ratenzahlung oder terminierte Forderungsaussetzung oder auch sinnvolle Kompensationsgeschäfte sofort die Spannung aus dem System nehmen. Und niemand verliert dabei sein Gesicht.

Fazit

Rechnungen nach Möglichkeit sofort nach Erhalt zu bezahlen sollte eine Ehrensache sein. Wem an dieser Ehre allerdings nichts liegt, der muss über kurz oder lang das misstönende Echo seines Egoismus ertragen können. Und das klingt im Äther der produktiven Zwischenmenschlichkeit nicht so wirklich gut. Bei Kreditauskunfteien übrigens auch nicht. Das ist ganz bestimmt kein Schufall.

-Carina Collany-

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