Wenn Onlinemarketing einem Wohnprinzen das Leben zerstört

Onlinemarketing ist die Geldmaschine unserer Zeit, jedenfalls bei richtiger Umsetzung. Und für die richtige Umsetzung gibt es eine ganze Reihe Patentrezepte, die mal mehr und mal weniger gut funktionieren. Wie in den übrigen Bereichen des wirtschaftlichen Alltags haben es auch im Onlinemarketing immer jene Kandidaten besonders leicht, die ordentlich was auf der hohen Kante haben und investieren können. Und da gibt es eine Menge, wo man investieren kann – ganze Agenturen kümmern sich darum, dass Webseiten, Blogs, neue Onlinemarken oder sonstige total hippe Formate möglichst bekannt werden. Klar, das kostet ein Schweinegeld, bringt dann aber auch was. Und wenn es gut läuft, dann macht man damit sogar Gewinn.
Da gibt es aber auch die vielen kleinen Startups, die nur mit Ach und Krach über die Runden kommen und praktisch keinen Cent zur Re-Investition haben. Diese Leute haben oft gute Ideen, könnten tolle Produkte oder Dienstleistungen auf die Beine stellen, haben aber schlichtweg keine Ahnung, wie sie überhaupt jemanden online erreichen sollen. Mit dem großen Erfolg wird es dann fast immer nichts. Schade.
Es gibt auch noch eine dritte Kategorie, die zugegebenermaßen selten ist und meist auch etwas Glück verlangt. Eben jene Leute, die eine gute Idee haben, diese passend umsetzen, nebenbei noch ein paar Glücksgriffe in Sachen Marketing unternehmen (oft, ohne es selbst überhaupt zu wissen) und plötzlich aus sehr gutem Grund ein echter Begriff in der internetten Welt sind. Solche Leute haben große Chancen, viele Neider und nicht immer einen leichten Stand.

Der Fall mit dem Wohnprinzen

Zur gerade genannten dritten Kategorie gehört ein junger Mann namens Bastian, der sich dem Thema Wohnen, Deko und Gestaltung in weit gefächerter Form widmet. Angefangen aus purer Lust am Verbreiten netter Einrichtungs- und Deko-Ideen entstand erst ein Blog, dann ein YouTube-Channel, der heute knapp 40.000 Abonnenten und runde 5,6 Millionen Videoaufrufe verzeichnen kann. Hier darf man ohne jeden Zweifel von einem erfolgreichen Projekt sprechen, das aber nach den „Gurus“ des Internetmarketings gar keines sein kann oder sein darf. Denn der Bastian hatte nur Freude und Leidenschaft mit anderen teilen wollen, er wollte ursprünglich kein Imperium und keine Geldmaschine aus den Tiefen des Netzes stampfen. Er hat also keine Wahnsinnssummen bei Agenturen abgeladen, damit die ihm zum Erfolg verhelfen. Er hat nur ein Thema aufgegriffen, das die Menschen interessiert und dieses dann wirklich alltagstauglich in Szene gesetzt. Freude und Herzblut sind eine Währung, die allgemein eher nicht gesehen wird.
Nebenbei – um noch kurz beim Marketing zu bleiben – hat er mehrere Kanäle mit seinen wirklich guten Infos versorgt und die Empfänger haben aus gutem Grund diese Infos weiterverteilt. Das ist Linkaufbau erster Güte und der Traum eines jeden SEO-Experten. Mit dieser Basis wurde der Wohnprinz (der diesen Namen übrigens schon seit der ersten Stunde nutzt) ziemlich bald sehr bekannt. Und schlau war er auch, denn er wurde YouTube-Partner und bewegte sich ein Stück weit in die Unabhängigkeit und zu der Chance, mit Leidenschaft auch Geld zum Leben zu verdienen. Wer bekommt schon diese Gelegenheit?

Neid und Missgunst als Erfolg

Stellt man sich nun einmal beispielhaft einen großen Konzern vor, der es ebenfalls in Sachen Einrichtung und Deko wissen will, dann wird dieser Konzern eine Menge Geld in die Hand nehmen und etwas entwickeln lassen. Im Ergebnis gibt es hochprofessionelle Webseiten, aufwendig produzierte Videos und, und, und. Alles ist perfekt glattgelutscht, alles ist stimmig und das Ganze hat durchaus mal mehrere Kleinwagen gekostet. Das Ergebnis: wieder was von der Hochglanz-Stange. Sieht gut aus, ist aber nicht authentisch und wirkt wie aus billigem Plastik. Das ist die Kehrseite der Professionalität. Und dann ist es doch schon bitter, wenn man nicht mal deutlich mehr Geld damit verdienen kann, als der Bastian, der kaum einen Cent in die Hand genommen hat für seinen Erfolg (wie gesagt, Arbeit, Gelduld, Spucke, etc. zählen ja nicht).
Was tut man da? Man erinnert sich sehr detailreich an die früheste Kindheit. Wenn zwei Kinder im Sandkasten sitzen und das eine Kind schönere Förmchen hat, als das andere, dann wird es spannend. Das Kind mit den unschönen Förmchen wird nämlich alles versuchen, dem anderen Kind die Förmchen wegzunehmen oder diese kaputtzumachen. Wie schön, dass man in diesem Alter weder auf Etikette, Rechtslage oder Moral achten muss und sich so richtig animalisch gehen lassen kann. Aber ist es nicht traurig, wenn erwachsene Menschen in ihrem Leben diesbezüglich so rein gar nichts dazu gelernt haben?
Wie das dann aussieht, muss Bastian dieser Tage hautnah erfahren. Es dürfte ein solcher Konzern sein, der vor Neid aus der Haut fahren mag und selbst vielleicht schon zig Tausende Euro für nichts verpulvert hat. Diesem betreffenden Spielverderber geht es um den Namen bzw. die Marke „Wohnprinz“, den bzw. die Bastian hat schützen lassen. Ein hochkarätiger und vermutlich fürstlich entlohnter Anwalt hat nun die Aufgabe, dem Bastian seine Marke abzunehmen. Wie die Sache konkret liegt, erklärt Bastian hier selbst:

Ihre lieben „Großen“ da draußen,
wenn ihr mit eurer Konkurrenz nicht zurechtkommt, dann sucht doch die Fehler und Probleme endlich bei euch selbst. Und wenn ich sehe, höre oder lese, dass ihr einem wirtschaftlich vergleichsweise kleinen Fisch derart an den Kragen wollt, dann freu ich mich über unsere modernen Kommunikationswege, die solch fiese Machenschaften schnell an die Sonne bringen. Und ich freu mich über die „Erfindung“ Shitstorm, die euch hoffentlich alle ereilen mag!

Bastian und Leuten, die sich in ähnlichen Situationen befinden, bleibt zu wünschen (und da schließe ich mich ganz ausdrücklich an), dass die zahlreichen Abonnenten und Fans in diesen schweren Stunden etwas zurückgeben.

Nachtrag

Es gibt hin und wieder Fälle, da siegt dann doch die Gerechtigkeit! So auch beim Wohnprinzen Bastian, wenngleich der Weg zum Ziel nicht frei von Kosten, Aufwand und enormem mentalen Stress war. Zu dieser erfreulichen Entwicklung von dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg mit allen anstehenden Projekten! Wie die Sache nun ganz konkret ausging, berichtet Bastian an dieser Stelle höchstpersönlich:

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