Ohne Geld keine Raubkopierer mehr?

Nach dem Fahndungserfolg, der die illegale Plattform kino.to lahmlegte, planen Filmbranche und Gesetzeshüter neue Maßnahmen, um ähnlichen Plattformen die Lebensgrundlage zu nehmen. Auch diese illegalen Portale werden nicht aus reiner Freude an der Sache betrieben, vielmehr soll auch hier kräftig Geld verdient werden. Auf den Konten der damaligen Betreiber von kino.to sollen sich runde 2,5 Millionen Euro befunden haben. Das Geldverdienen bei solchen Plattformen funktioniert in erster Linie über das Schalten von Werbeanzeigen.

Ohne Geld keine Raubkopierer mehr?

Wird Werbung auf illegalen Plattformen strafbar?

Auch wenn es moralisch eigentlich nicht in Ordnung ist, Werbung auf illegalen Portalen, wie seinerzeit kino.to, ist bislang nicht strafbar. Nach Meinung der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) sollte sich das ganz schnell ändern.
Allerdings wären es nur deutsche Anbieter (werbende Unternehmen oder Agenturen), die sich nach eventuellen neuen Regelungen irgendwann mit rechtlichen Konsequenzen auseinandersetzen müssten, wenn sie denn weiterhin auf illegalen Seiten ihre Werbung schalten. Die Vorhaben der GVU greifen im Ausland nicht.

Einfach Zugänge sperren?

Nach Meinung der GVU sollten Besucherströme ebenfalls deutlich gebremst werden, wenn die Zugänge zu den betreffenden Plattformen ganz einfach gesperrt werden. Eine wirkliche Sperrung ist dabei jedoch eher nicht zu erwarten, sondern vielmehr ein vorgeschalteter deutlicher Warnhinweis.
In jedem Fall hätten die dann zuständigen Stellen viel zu tun, denn schon die Abschaltung von kino.to hat gezeigt, dass sich binnen kürzester Zeit Alternativen in Form von anderen Plattformen mit ähnlichem Angebot etablieren, der eigentliche Fahndungserfolg also nicht mehr gegeben ist. Ebenso könnte es sich mit den dann gesperrten Zugängen zu den betreffenden Plattformen verhalten.

Videothekenumsätze zeigen die Entwicklung

Unmittelbar nach Stilllegen von kino.to ließ sich ein deutlicher Umsatzanstieg in deutschen Videotheken feststellen. Bis zu 25 Prozent mehr Filme wurden ausgeliehen. Aber schon nach kurzer Zeit war dieser Umsatzaufschwung wieder vorbei, denn der offizielle Nachfolger von kino.to war schon online. Auch hier werden nun wieder über eine Million Links öffentlich und problemlos zugänglich gemacht, die auf die unterschiedlichsten geschützten Werke aus Film und Fernsehen verweisen.

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