Das fiese Spiel der Gewerbeauskunft-Zentrale.de

Vielleicht wissen Sie schon Bescheid, vielleicht haben Sie auch schon Post von der Gewerbeauskunft-Zentrale.de bekommen. Falls nicht, oder gerade weil Sie die Post bekommen haben, sollten Sie über diese Thematik genaue Kenntnis haben.

Der Brief wirkt ausgesprochen amtlich. Ein schlechter Laserausdruck auf drittklassigem Umweltpapier wirkt auf den ersten Blick wie von einer Behörde, der Brief kommt allerdings von der GWE Wirtschaftsinformationsgesellschaft mbH. Der Empfänger des Briefes wird eindringlich darauf hingewiesen, fehlende Angaben zu ergänzen bzw. zu berichtigen, damit diese dann in das Verzeichnis jener Zentrale – die sich als ein Branchenbuch sieht – aufgenommen werden können. Der große Haken an der Sache: Für den Eintrag wird eine Jahresgebühr von 569,06 Euro fällig. Da es sich hier jedoch um einen Zweijahresvertrag handelt, erwartet Sie schon ein Jahr später die gleiche Rechnung noch einmal. Wenn Sie dann auch noch die Kündigungsfrist vergessen, wäre schon Rechnung Nummer drei fällig. Die Angaben zu den Konditionen finden Sie auf der rechten Seite des Schreibens, unangenehm klein gedruckt natürlich. Daher fällt dieses ganze Konstrukt eindeutig unter den Oberbegriff „Abo-Falle“.

Wenn Sie einen solchen Brief erhalten, dann ignorieren Sie ihn einfach. Ablage Mülleimer ist hier dringend zu empfehlen. Und damit ihre Ablage auch garantiert voll wird, kommt natürlich schon nach wenigen Wochen eine Erinnerung an Ihre „Pflicht“.

Haben Sie tatsächlich bezahlt, dann sollten Sie sich um Rechtsbeistand bemühen oder bei der Verbraucherzentrale um Rat bitten. Machen Sie bitte gleich Nägel mit Köpfen und versuchen Sie NICHT, die Sache telefonisch zu bereinigen. Sie werden am anderen Ende der Leitung auf wahre Sprachkünstler stoßen, die mit Engelszungen auf Sie einreden werden, um Ihnen die gleiche Mitgliedschaft mit einem satten Rabatt schmackhaft zu machen und Sie amtlich darauf „festzunageln“. Dann liegt das Kind tatsächlich im Brunnen. Und garantiert immer noch zu teuer! Denn ein Eintrag bei der Gewerbeauskunft-Zentrale.de ist eigentlich so gut wie nichts wert. Nutzen Sie lieber eines der zahlreichen Online-Branchenbücher, die einen kostenlosen Eintrag bieten. Das lohnt sich dann garantiert mehr!

Fortsetzung folgt höchstwahrscheinlich…

Das fiese Spiel der Gewerbeauskunft-Zentrale.de
Das fiese Spiel der Gewerbeauskunft-Zentrale.de

3 Gedanken zu „Das fiese Spiel der Gewerbeauskunft-Zentrale.de

  • 12. Dezember 2012 um 12:37
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    Ich habe heute auch das dritte amtlich aussehende Schreiben dieser Verbrcher-GmbH erhalten. Da es nun viele solche in Deutschland gibt, würde ich behaupten, die sind gar nicht Schuld. Schuld sind unsere laschen Gesetze gegen solche Firmen. Ich sage nur “Armes Deutschland”. Wir kümmern uns um Afganistan, Irak usw. aber um diejenigen die unmittelbar bei uns im Land tun wozu sie gerade Lust haben da schreiben wir Beschwerden im Internet.
    Und unsere feine Dame Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die befasst sich mit dem Gesetzentwurf zur “Beschneidung”. Da kann man als “Abzocher” ja wirklich lachen und weiter Mut zu solchen Briefen bekommen.

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  • 20. Januar 2013 um 17:30
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    Die Gewerbeauskunftzentrale erleidet vor Gericht wohl mittlerweile Schiffbruch, wenn sie die horrenden Gebühren eintreiben will. Habe gerade bei uns in der Lokalpresse einen Bericht gelesen, der das ausführt. Demnach sind die Forderungen nichtig, wenn sie sich nur auf Angaben von Kosten im Kleingedruckten berufen und die angebotenen Leistungen (hier der Eintrag in Online-Branchenbücher) bei den meisten Anbietern kostenlos erfolgen. Hier stehts ausführlicher: http://www.zak.de/artikel/143402/Balingen-BGH-verwirft-unserioese-Offerten.
    Na also – es gibt anscheinend doch noch Gerechtigkeit….

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  • Pingback: Branchenbuch Beckum: Lieber Medienverlag, Ihr habt doch einen Vogel! | deppe solutionsdeppe solutions

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